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Spendenverhalten

Das Forschungsinstitut gfs-zürich hat im November 2005 wiederum die seit 1997 jährlich stattfindende repräsentative Befragung zum Spendenverhalten der Bevölkerung und zum Image der Werke durchgeführt. Im Auftrag von 27 gemeinnützigen Organisationen wurden 1500 Personen in der Deutsch- und Westschweiz befragt.
Die Kumulierung zweier Katastrophenfälle, welche die Menschen sehr bewegt haben, hat, so eine Medienmitteilung des Instituts, dazu geführt, dass sowohl der Anteil der spendenden Haushalte wie auch das Spendenvolumen ausserordentlich stark gewachsen sind. Die Tsunami-Katsstrophe und die Unwetter in der Schweiz mobilisierten über ein Fünftel mehr Menschen zum Spenden, so dass 2005 ein noch nie da gewesener Anteil von 81 Prozent Spendenden verzeichnet werden konnte.
Die Spenderanteile schnellten in fast allen Kategorien in die Höhe. Nur gerade die Menschen mit tiefer Bildung haben nicht vermehrt gespendet. Bemerkenswert ist, dass sich von der Solidaritätswelle auch die Jungen sowie die besser Gebildeten anstecken liessen, die in den letzten Jahren rückläufige Spender-Tendenzen aufgewiesen hatten.
Die deutliche Zunahme an spendenden Personen hatte zur Folge, dass auch massiv mehr Geld in den Spendentopf floss. Das hochgerechnete Spendenvolumen der Privatspenden betrug 2005 1,34 Mia. Schweizer Franken, so viel wie noch nie seit Messbeginn. Die Steigerung war auch deutlich grösser als anlässlich der Gondo-Katastrophe Ende 2000. Während damals 34 Prozent mehr Spenden verzeichnet werden konnten, waren es jetzt 63 Prozent mehr.
Die durchschnittliche Spendensumme ist sowohl in der Deutsch- wie in der Westschweiz stark angestiegen. Bei den Deutschschweizern wuchs diese von 599 auf 763 Franken im Jahr und bei den Romands von 199 auf 261 Franken.
Von denjenigen, die in diesem Jahr mehr gespendet haben, gaben 39 Prozent als Grund an, es habe mehr Katastrophen und mehr Leid gegeben. 24 Prozent nannten explizit die Tsunami-Katastrophe und 12 Prozent die Unwetter in der Schweiz.
Das Institut erwartet, dass im nächsten Jahr sowohl die Zahl der Spendenden wie auch die Spendensumme wieder zurückgehen wird. Viele der Neuspendenden sind nämlich solche, welche situativ spenden, dies also nicht regelmässig tun.
Eine grosse Rolle spielte in diesem Jahr die Medienberichterstattung. Gegenüber dem Vorjahr sind 28 Prozent mehr Leute über die Medien auf das Thema Spenden aufmerksam geworden. Weit vor allen anderen Institutionen steht dabei die Glückskette. Dies hatte zur Folge, dass die anderen Werke in der Erinnerung der Leute tendenziell etwas in den Hintergrund gerieten. Dies heisst nicht, dass nur die Glückskette von den Megaereignissen profitiert hätte, aber die Bekanntheit der eigentlichen gemeinnützigen Organisationen litt unter der Dominanz der Glückskette.
Bei den Spendenzwecken am meisten zugelegt hat erwartungsgemäss die Katastrophenhilfe, und zwar sowohl fürs In- wie für das Ausland. Interessanterweise wurde auch mehr für die Hungerbekämpfung gespendet, vielleicht weil dazu aufgerufen wurde, ob all der Katastrophenhilfe die hungernden Menschen in Afrika nicht zu vergessen. Rückläufig waren insbesondere die Spenden für Natur- und Umweltschutz, für den Tierschutz und für Behinderte.
Beim Entscheid, wem und wofür die Leute spenden, stehen vier Punkte im Vordergrund: die Glaubwürdigkeit der unterstützten Organisation, das Tätigkeitsgebiet, die subjektiv empfundene Notwendigkeit des unterstützten Zweckes und die Bekanntheit der unterstützten Organisation. Die viel diskutierte Höhe der Administrativkosten spielt beim Spendenentscheid nur selten eine Rolle.  

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