Agroökologisches Bildungsinstitut
| Name des Projektes: | Agroökologisches Bildungsinstitut |
|---|---|
| Land: | Guatemala |
| Ort: | Santa Maria Cahabon |
| Verantwortliche Organisation: | Kindernothilfe Schweiz |
| Projekt Gesamtbudget: | offen |
| Gewünschter Beitrag: | jeder Betrag ist willkommen |
| Anfang des Projektes: | 1999 |
| Ende des Projektes: | offen |
Die Situation der Familien in der Projektregion
Die Bewohner des Department Alta Verapaz, das ca. 300 km nördlich von Guatemala-Stadt in den Bergen liegt, gehören ethnisch mehrheitlich zum Volk der Q'eqchi-Maya. Bis vor wenigen Jahren lebten die Q'eqchi-Maya in der Gemeinde Santa María Cahabón fast unberührt in einer von überkommenen kulturellen Werten geprägten eigenen Welt, weil weder das öffentliche Schulsystem, noch Straßen, geschweige denn elektrisches Licht, Telefon oder das Fernsehen bis in ihre Region vorgedrungen sind.
Dies änderte sich erst mit dem Friedensabkommen 1996 und der Neustrukturierung des guatemaltekischen Staates. Es entstanden Grundschulen - wenn auch mit einem sehr geringen Qualitätsniveau -, der Staat baute Straßen und errichtete Stromleitungen. Diese "Errungenschaften" der "modernen Welt" führten jedoch zu radikalen kulturellen Veränderungen für die indigene Bevölkerung, v.a. gingen traditionelle Werte, wie der Respekt vor der älteren Generation oder die herausragende Stellung von Ehrlichkeit, verloren.
Neben den genannten Problemen der indigenen Bevölkerung haben die Q´eqchi noch mit weiteren grundlegenden Schwierigkeiten zu kämpfen: Santa María Cahabon gehört heute zu den ärmsten Gemeinden Guatemalas, mit einem der höchsten Anteile an Menschen, die an Unterernährung leiden: 55 Prozent der hier lebenden Personen gelten als chronisch unterernährt. Aber auch die Analphabetenrate, v.a. unter den Frauen - sowie die Kindersterblichkeitsrate sind sehr hoch, zudem gibt es kaum Zugang zu sauberem Trinkwasser und keine weiterbildenden Schulen.
Die ansässigen Bauern bauen Mais, Bohnen und Chili an. Da die Böden jedoch ausgelaugt sind, können nur bescheidene Ernten erzielt werden, so dass die kleinbäuerliche Produktion nur knapp für den Eigenbedarf reicht.
Der Projektträger
Die Dominikaner-Padres aus Santa María Cahabón haben sich angesichts dieses durch das Aufeinanderprallen der Kulturen ausgelösten Schocks zum Ziel gesetzt, die indigene Bevölkerung auf diesem schwierigen Weg der kulturellen Veränderungen zu begleiten, zu unterstützen und den Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit einer alternativen Bildung anzubieten, die die Wertewelt der Q'eqchi-Maya nicht weiter erodieren lässt und zudem in den Gemeinden zur nachhaltigen Ernährungssicherung beiträgt.
So begannen sie bereits im Jahr 1994, ein Jugendzentrum für Q'eqchi-Maya aufzubauen, in dem sie vor allem Ausbildungskurse zu landwirtschaftlichen Themen anboten. Ziel hierbei war es, die Verwurzelung der Jugendlichen in ihren Dörfern zu stärken und gegen die zunehmende Stadtflucht anzukämpfen. Hieraus entstand die Landwirtschaftsschule "Instituto Agroecológico Fray Domingo de Vico", die seit 1999 auch als Sekundarschule für zweisprachige Bildung im landwirtschaftlichen Bereich staatlich anerkannt ist. Seit Anfang 2004 arbeitet das Institut auch in verstärktem Maße mit den Familien zusammen, um alternative Anbautechniken und die landwirtschaftliche Diversifizierung mit dem Ziel der Ernährungssicherung zu fördern.
Ziel:
Das Ziel des Projekts ist die integrale zweisprachige Ausbildung von Jugendlichen in der Gemeinde von Santa María Cahabón in einem von einer kleinbäuerlichen Subsistenzlandwirtschaft geprägten Kontext, unter Wahrung der indigenen Werte und Traditionen.
Es sollen die Ernährungssicherung in der Region gefördert und die Gemeinwesenentwicklung voran getrieben werden, um Jugendlichen eine Lebensperspektive bieten und dadurch die Landflucht verhindern zu können.
Zu Beginn des Projektes besuchen 90 Schüler die Mittelstufe des Instituts. Während der Woche wohnen sie in dem angeschlossenen Internat, da sie aus weit entfernten Gegenden stammen. Im Verlaufe der Zeit wird das Institut ausgeweitet, so dass es von mehr Schülern besucht werden kann. Indirekt profitieren ca. 300 Familien von den landwirtschaftlichen Aktiviäten des Projektes und 3.000 Jugendliche sind Teil der Jugendorganisation, die durch das Projekt gefördert wird.
Informations Formular
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